Dr. Dr. Alfons Bense
Petershagen (mt>. Das Aktionskomitee „Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke“ und alle Storchenfreunde im Mühlenkreis blicken auf das erfolgreichste Brutjahr der Weißstörche seit über 22 Jahren zurück. Zehn Horstpaare, davon acht erfolgreich brütend, besiedelten die Weseraue sowie die Bastauniederung.
Alle sieben Brutpaare aus 1999 kehrten zurück, davon
sechs in den Weserdörfern, eines auf dem Hof Aspelmeier, Nettelstedt.
Das erfolgreiche Brutpaar von Rothenuffeln und zwei weitere Neuansiedlungen
am westlichen Rand der Bastauniederung lösten bei allen Beteiligten
große Freude aus.
Diese Erleichterung darf jedoch nicht dazu führen,
dass der Einsatz für den Lebensraum des Storches vermindert wird.
Die jetzt auch im benachbarten Niedersachsen vermehrt auftretenden Störche
sind überwiegend nicht in der hiesigen Region groß geworden,
sondern stammen nachweislich überwiegend aus östlichen Regionen,
wo sich die Störche seit mehreren Jahren gut halten und vermehren
konnten.
Besondere Aufmerksamkeit erregte das Storchennest auf
dem Alten Amtsgericht in Petershagen. Das bekannte 19-jährige Storchenmännchen
„Helgoland 6443“ traf am 2. April ein und musste geduldig bis zum 7. Mai
auf eine Partnerin warten. Ab dem 18. Mai lagen zwei Eier im Nest.
Big Brother in Petershagen
Das Brutgeschehen konnte durch eine Videoübertragung
vom Dach des Gebäudes in das Schaufenster der Rats-Apotheke, die Cafeteria
des Alten Amtsgerichts sowie in das Fernsehgeschäft Brenneisen live
beobachtet werden. Diese Einrichtung des Aktionskomitees in Zusammenarbeit
mit der Stadt Petershagen, der Rats-Apotheke, der Fa. Hifikus sowie der
SDK Petershagen entwickelte sich zu einem wahren Zuschauer- und Touristenmagneten.
Leider musste man auch mit ansehen, wie der „Zweitgeborene“
nach wenigen Tagen einging. Der verbliebene Jungstorch flog erst Mitte
August aus und wurde bereits am 5. September in Lüdenscheid durch
Ablesung der Beringung erkannt, wo er mit anderen Störchen auf Hausdächern
nächtigte. Er scheint damit über die Westroute zu ziehen, von
seinem Vater ist die Ostroute bekannt.
In Schlüsselburg brachte ein unberingtes Storchenpaar
drei Junge zum Ausfliegen. Heimsen erlebte im dritten Jahr ausfliegende
Störche am idyllischen Ambiente der Mühle. Vier Jungvögel
waren geschlüpft, drei flogen schließlich aus.
Verletzungen bedeuteten Tod
Leider verletzte sich ein Jungstorch, vermutlich durch
Stromleitungsanflug, schwer an einem Fuß. Intensive Bemühungen
diesen Storch einzufangen und zu versorgen scheiterten, so dass er nicht
überlebte. Ein weiterer Jungstorch, vermutlich aus Niedersachsen in
Heimsen durchziehend, erlag seinen Flügel-und Fußverletzungen
im Au-
Ein Windheimer Jungvogel wurde in der Gemarkung Hävern
kurze Zeit später schwer verletzt unter einem Stachel-drahtzaun aufgegriffen,
zunächst noch in die Pflegestation Verden gebracht, ging dort jedoch
am Folgetag ein. Auch ein Windheimer Altvogel verletzte sich am Fuß,
schien sich vor dem Wegzug erfreulicherweise jedoch stabilisiert zu haben.
Das Jösser Brutpaar (Männchen 814 B, selbst
nestjung in Jössen beringt und holländische Zuchtstörchin,
beide fünfjährig) zog erneut nur ein Junges auf. Das Storchenweibchen
zeigt kein arttypisches Zugverhalten und ist noch im Dezember in Jössen
zu sehen.
Altes Storchenland an Weser, Bastau und Dümmer
Endlich ist es soweit: das vom Aktionskomitee herausgegebenen
Buch erscheint Ende November 2000! Es stellt die Geschichte der Störche
im Landkreis Minden-Lübbecke und ihre heutige Lebenssituation umfassend
in Wort und Bild vor. Der Autor Alfons R. Bense hat Störche in 63
Ortschaften des Kreises nachweisen können, ihre Geschichte, die verschiedenen
Horste, Schicksale und Anekdoten um die Störche in den Dörfern
recherchieren können. Jeder dieser Orte - sogar in der Stadt Minden-
waren Störche nachweisbar - wird einzeln behandelt, so dass jeweils
ein gutes Stück Heimatgeschichte dokumentiert wird. Den Schwerpunkt
der Darstellung bietet gewissermaßen das Thema “Storch und Mensch“
in ihrer Wechselwirkung und ihrem Zusammenleben. Für viele Dörfer
konnte bis an die Zeit um 1850 zurückgegangen werden. Eindrucksvolle
alte Fotografien, Olbilder, Aquarelle, Stiche u. ä. zeigen nicht nur
die Störche in vergangenen Zeiten, sondern die meist strohgedeckten
Höfe, die Menschen und Atmosphäre im alten Storchenland an Weser,
Bastau und Dümmer. Das Buch wird daher nicht nur Storchenfreunde und
Ornithologen interessieren, sondern insbesondere auch Heimatkundler und
Denkmalpfleger. Letztlich werden viele Menschen in den Dörfern einem
Stück ihrer Natur, Kultur und Heimat begegnen.
In einem ausführlichen Abschnitt befasst sich der
Autor mit der Bedeutung des Storches in unserer Kultur, u. a. mit der spannenden
Frage, warum es der Storch ist, der die Kinder bringt, was dies mit Kirche,
Moral, Sexualität, Landwirtschaft und Erben-recht zu tun hat. Hier
tun sich auch Bezüge auf, die zu anderen Kulturen und Zeiten hinführen.
Mehrere bekannte Co-Autoren tragen darüber hinaus dazu bei, dass ein
aktuell abgerundetes Bild vom Leben der Störche entsteht, im angrenzenden
Niedersachsen, bezüglich der Nahrungssituation, der Ringwiederfundmeldungen,
einer individuellen Storchenlebensgeschichte und der Arbeit des Aktionskomitees.
Letztendlich führt das Buch die 13-jährige Geschichte des Aktionskomitees
zusammen. Das Buch umfasst 216 Seiten, über 600 Abbildungen und ca.
80 Karten. Herausgeber ist das Aktionskomitee “Rettet die Weißstörche
im Kreis Minden-Lübbecke“ e.V. und erscheint im Verlag “Edition Stadt
+ Buch“, Hüllhorst. Das Buch von Alfons R. Bense ist für 34,90
DM im Buchhandel (ISBN: 3-920621 -08-5) und in allen Geschäftsstellen
der Volksbanken und Spar- und Darlehnskassen im Kreis Minden-Lübbecke
erhältlich.
Nach vollendeter Restaurierung des Hauses Windheim No.
2 wird das Aktionskomitee “Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-
Lübbecke“ e.V. mit der Einrichtung einer Storchen-Dauerausstellung
auf dem Dachboden dieses Hauses einen lang gehegten Wunsch realisieren.
Schon seit längerem trägt sich das Aktionskomitee mit dem Gedanken,
das Thema “Weißstorch“ umfassend in einer Ausstellung zu präsentieren.
Bislang scheiterte dies auch daran, dass kein geeigneter Standort gefunden
werden konnte. Das Haus Windheim No. 2 ist als Ausstellungsort geradezu
ideal. Windheim als traditionelles Storchendorf liegt inmitten des Lebensraumes
der WeserauenBrutstörche, das Haus Windheim No. 2 selbst beherbergte
ehemals einen Storchenhorst, auf dem im 19.Jahrhundert Störche brüteten,
und das aktuelle Storchennest Windheims auf dem alten Fähranger ist
nur 300 m entfernt. Das bau- und kulturhistorische Ambiente des alten Fachwerk-hauses
passt gut zu dem Anliegen, die Storchengeschichte des Kreises Minden-Lübbecke
zu vermitteln. Neben diesem regionalen Bezug will die Ausstellung darüber
hinaus aber auch allgemein über die Lebensweise der Störche und
ihre Beziehung zu den Menschen informieren, so wird der Storch in Mythologie,
Legende, Kunst, Werbung usw. auch ein Thema der Ausstellung sein. Die Ausstellung
hat also einen ganzheitlichen Anspruch, indem sie den Storch als Teil einer
noch intakten Naturlandschaft, darüber hinaus aber auch als einen
an den Menschen gebundenen “Kulturfolger“, darstellt. Der Symbolvogel Weißstorch
verbindet in augenfälliger Weise ursprüngliche Natur mit einer
historisch gewordenen, naturnah gebliebenen kulturellen Landnutzung der
Weseraue. Diese Verbindung herauszustellen, wird das besondere Anliegen
der Ausstellung sein. Somit bleibt die Ausstellung nicht beim Vogel Storch
stehen. sondcrn wird übergreifend die naturräumliehen und kulturhistorischen
Aspekte des Weißstorchlebensraumes Weseraue thematisch mit einbeziehen.
Die Storchenausstellung wird einen Beitrag dazu leisten, aus der alten
Hofstätte Windheim No. 2 auch ein “Dorfkulturhaus“ zu machen, in dem
das vielfältige Wissen über einen früher selbstverständlichen
Gast unserer Dörfer, den Storch, aufgehoben ist und anschaulich gemacht
wird.Das vorläufige Konzept der
Ausstellung sieht vor, ganz im Sinne einer neuen Ausstellungspädagogik,
nicht nur informative Schautafeln und Exponatc aufzustellen, sondern die
Besucher durch Aktions- und Spiel-elemente und Multimedia-Angebote interaktiv
einzubeziehen.
Windheim. Der 1. Vorsitzende des Vereins “denk mal“, Wolfgang
Riesner, zeigte sich sehr erfreut über die Unterstützung der
Renovierungsarbeiten durch die NRW-Stiftung: “Mit dem Geld sind wir nun
einen großen Schritt weiter gekommen und zum ersten Mal glaube ich,
ein Ende absehen zu können. Wenn weiterhin Geld- und Sachspenden eingehen
sowie tatkräftige Hilfe im bekannten Umfang geleistet wird, können
wir vielleicht in zwei bis zweieinhalb Jahren fertig sein.“ Sein vorsichtiger
Optimismus ist dann zu verstehen, wenn man die Höhe der Spende sieht:
Etwa 1,15 Millionen DM stellt die NRW-Stiftung für die Renovierung
und die Einrichtung zur Verfügung. Nach heutigen Erkenntnissen, benötigt
der Verein aber noch weitere 500.000 DM für die noch ausstehenden
Arbeiten.
Beinahe wäre der ehemalige Hof “Windheim No.2“ im
Storchendorf Windheim abgerissen worden. Gerade noch rechtzeitig verhinderten
die Mitglieder des Vereins ‘Denk-Mal! Windheim No.2“ im vergangenem Jahr
den Abbruch des ältesten Hauses am Ort, das bei einer Schnellinventarisiemng
von Baudenkmälem Anfang der 1970er Jahre wohl übersehen und damals
nicht unter Denkmalschutz gestellt wurde. Jetzt hat das 300 Jahre alte
Gebäude eine neue Perspektive: Der Denkmal-Verein restauriert den
Hof behutsam in Zusammenarbeit mit dem Alttionskomitee “Rettet die Weißstörche
im Kreis Minden-Lübbecke“ eV., das dort eine Storchen-Ausstellung
einrichten wird. Als weiterer Partner ist die Nordrhein-Westfalen-Stiftung
nun mit im Boot. die den Vereinen für die Restauriemng und Einrichtung
des Gebäudes einen Zuschuss von bis zu 1,15 Millionen Mark zur Verfügung
stellte.
Eine entsprechende Zusage der NRW-Stiftung überreichte
deren Vorstandsmitglied Prof. Dr. Wilfried Stichmann an die beiden Vereinsvorsitzenden.
In den vergangenen Jahren. so Stichmann. habe sich die NRW-Stiftung inten
siv für den Erhalt der Lebensräume von Weißstörchen
in den Auen der Weser und seines Nebenflüsschens Bastau engagiert
und eng mit dem Aktionskomitee zusammengearbeitet. Mit der Restaurierung
des ehemaligen Hofes und den Plänen für die Storchenausstellung
in einem Teil des Hofes werde zudem eine für die NRW-Stiftung willkommene
Verbindung zwischen den Aufgaben der Denkmalpfiege und des Natur-schutzes
geschaffen.
Der ehemalige Hof wurde wahrscheinlich um 1702/03 gebaut.
Dabei handelt es sich um ein stattliches Dreiständerhallenhaus mit
einer imposanten Flettdiele. Der Hof gilt als seltenes Beispiel für
die regionaltypische Bauweise seiner Entstehungszeit, seine Ursprünge
gehen bis ins Mittelalter zurück. 1999 wurde er dann doch vorläufig
unter Schutz gestellt. Zwei Jahre engagierten sich die Mitglieder des Vereins
“DenkMal! Windheim No.2“ zuvor für den Erhalt des Hofes, dessen Abriss
bereits beschlossen war. Sonst, so Vereinsvorsitzender Wolfgang Riesner.
wäre ein hoehrangiges Baudenkmal und wichtiges Zeugnis der Ortsgeschichte
verloren gegangen. Der Verein, der den Hof
restaurieren und denkmalgereeht nutzen möchte, plant
in dem Haus ein Dorfkulturhaus als Forum für dörfliches Handwerk
mit Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen. In dem fast 200 Quadratmeter
großen Dachgeschoss soll zudem eine Dauerausstell ung eingerichtet
werden, die sich mit der Verbreitung, der Lebensweise und der Kulturgeschichte
der Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke befasst. Gerade
der Weißstorch sei als Leitart des Lebensraumes Feucht-wiese besonders
geeignet, um die Aufgaben des N aturseh utzes darzustellen, erklärte
der 2 Vorsitzende des Aktion skomitees Lothar Meekling. In den Weser-auen.
wo die NRW-Stiftung in den
vergangenen Jahren 400 Hektar zum Schutz der Störche
gekauft hat, stieg die Zahl in den vergangenen Jahren auf sieben Brutpaare
und 16 Jungvögel an.
Das Geld für ihre Aufgaben erhält die Nordrhein-Westfalenstifiung
hauptsächlich aus den Erträgen der Rubbellos-Lotterie. In Petershagen
unterstützte die NRW-Stiftung in den vergangenen Jahren bereits die
Müllerschule in Großenheerse und den Mühlenbauhof in Frille,
das Heringsfängermuseum, den Ausbau der Webstube Ilse und den Umbau
ehemaliger Gefängniszellen am Alten Amtsgericht, in denen Gäste
heute eine Ubemachtung “im Knast“ verbringen können.
Dr. Alfons Bense
Petershagen (mt). Das Aktionskomitee "Rettet die Weißstörche
im Kreis Minden-Lübbecke" erlebte eine bewegte Storchensaison.
Von acht Horstpaaren (2000: zehn) erbrüteten sechs
(acht) erfolgreich 18 (21) schließlich ausfliegende Junge. Für
die regionalen Verhältnisse kann damit auch das Storchenjahr 2001
als gut angesehen
werden. Das erfreulichste Ereignis betrifft Gehlenbeck
(ehemalige Tonwarenfabrik
Horstmeier), wo erstmals seit 1986 wieder Jungstörche (drei) ausflogen.
Hoffnung auf das Jahr 2002 lässt ein zusätzliches Storchenpaar
aufkommen, das sich ab Anfang Mai in der Petershäger Weseraue aufhielt
und an verschiedenen Horstplätzen, zum Teil störend, erschien.
Das Aktionskomitee freut sich, dass sich die Leitung der Ovenstädter
Apostelkirche bereit erklärt hat, durch eine Nisthilfe auf dem Kirchendach
zu helfen, die sich in günstigem Abstand zu den Windheimer und Jösser
Störchen befindet.
Auf dem Alten Amtsgericht in Petershagen wartete das bekannte
20-jährige
Storchenmännchen vom 28. März bis 30. April geduldig auf ein
Weibchen. Die dreijährige
"Brandenburgerin", deren Ringablesung gelang, legte erst
Mitte Mai drei Eier, aus denen nach
31 Tagen Junge schlüpften.
Über die Video-live-Übertragung konnten die
Zuschauer dann erleben, wie die Elternvögel
zwei der Jungstörche aus dem Nest warfen, vermutlich
um sich, spät in der Saison, auf die
Nahrungsbeschaffung für den einen verbliebenen Jungvogel
konzentrieren zu können. Die
Bildschirme an drei verschiedenen Plätzen im Ort
zogen immer wieder Zuschauer auch von
weither an.
Die späte Besetzung des Petershäger Nistplatzes,
die geringe Aufzuchtquote der letzten Jahre und der fast zu späte
Brutverlauf weisen darauf hin, dass die Petershäger Störche des
dringenden Schutzes ihres Nahrungsraumes bedürfen. Die intensivierte
Nutzung der nahen Weserwiesen durch verschiedene Freizeitangebote muss
dringend durch engagierte Ausgleichsmaßnahmen aufgefangen werden,
andernfalls droht eine der neuen touristischen Attraktionen der Stadt verloren
zu gehen. Auf der Schlüsselburg erbrüteten unberingte Störche
zunächst drei Jungvögel, zwei gingen frühzeitig ein. Der
dritte Jungvogel zog sich etwa im Alter von vier Wochen schwere Verletzungen
der beiden Ständer durch von den Altvögeln als Nistmaterial eingetragenen
Draht zu. Nach vergeblichen Rettungsbemühungen musste er eingeschläfert
werden. "Wilder" Müll hat erneut schwerwiegende Folgen gehabt.
Glücklicher die Situation auf dem Pfahlnest neben
der Heimser Mühle. Das unberingte Paar
erfreute die Bevölkerung mit drei kräftigen
Jungvögeln. Auch der alte Molkereischornstein in
Döhren gehört erneut zu den Topplätzen
im Kreis. Das siebenjährige Männchen bewältigte mit
seiner unberingten Partnerin die Nahrungsbeschaffung
für vier ausfliegende Junge.
Storch schon früh in Jössen
Das Windheimer Brutpaar auf dem alten Fährmast an
der Weser gab nach verzögertem Brutablauf aus nicht klärbarer
Ursache auf. Das niederländische Storchenweibchen des Jösser
Horstpaares hatte vor Ort überwintert. Ihr Partner, vor sechs Jahre
selbst in Jössen nestjung beringt, traf extrem früh Mitte Februar
ein. Beide zogen vier Jungvögel auf. Anfang Mai führten Storchenkämpfe
zur Aufgabe der Brut in Loccum. Vom 11. bis 17. Mai versuchte vermutlich
eines der beteiligten Paare sich auf dem Nistangebot des Rittergutes Schlüsselburg,
zu Wasserstraße gehörig, anzusiedeln. Die Pfahlnisthilfe ist
zu nah an der Schlüsselburg errichtet, so dass sich das Schlüsselburger
Paar heftige Kämpfe mit den
Eindringlingen liefern musste. Diese wurden abgedrängt
und versuchten über eine Woche ein Nest auf einem Wohnhausschornstein
im Beckerskamp zu errichten, waren dort jedoch nicht
willkommen und wurden zudem weiter von den Schlüsselburger Störchen
verfolgt.
Im Verlauf der Saison wurden die beiden unberingten Störche
dann auf der Nisthilfe Wehking/
Petershagen, bei Meckling/Ilse, auf der Kirche in Lahde,
bei der Viehhandlung Koch und der
Grundschule in Neuenknick, auf einem Flutlichtmasten
des Sportplatzes in Wiedensahl sowie
in Auseinandersetzungen mit den Störchen auf dem
Alten Amtsgericht gesichtet. Auch hielt es
sich mehrere Tage im Mai auf der neuen Pfahlnisthilfe
des Aktionskomitees an der Weser bei
Buchholz auf, nahm den Platz jedoch nicht dauerhaft an.
Den gesamten August durch wählte
es den Buchholzer Kirchturm als Schlafplatz.
Buchholz ist damit Wunschkandidat des Aktionskomitees
für einen weiteren Storchenort. Die
Hoffnung, die Leitung der Lahder Kirche, die von Störchen
seit Jahren angeflogen wird und
als Nistplatz bestens geeignet wäre, würde
der Anbringung einer Nisthilfe zustimmen, hat sich
erneut zerschlagen.
Leider kam es im zweiten Jahr des Rothenuffelner Horstpaares
im Köhlter Bruch zu keinem
Bruterfolg. Aus ungeklärter Ursache schien sich
einer der beiden ringlosen Altstörche verletzt
zu haben. Die Paarbindung zerbrach, der verletzte Storch
konnte sich stabilisieren und blieb
als Einzelstorch bis zum Ende der Saison. Bis auf einen
kurzen Storchenbesuch im April
erfüllten sich leider auch die Hoffnungen auf die
Ansiedlung eines Paares auf dem
Schornstein der alten Kornbrennerei Meyer in Hille nicht.
Das Storchenpaar des Hofes Aspelmeier in Nettelstedt hatte
den Platz im Winter 2000/2001
nicht verlassen und wurde wechselnd am Brutort und Nahrung
suchend auf der Deponie
Pohlsche Heide festgestellt. Im Jahr 2001 hatten sie
dreifachen Nachwuchs. Beide, das
Männchen ist ein Zuchtstorch aus Baden-Württemberg,
überwintern erneut.
Dreifacher Nachwuchs in Gehlenbeck
Sicher den Höhepunkt der Saison stellt der dreifache
Nachwuchs des Paares in Gehlenbeck
dar, das im Jahr 2000 noch erfolglos geblieben war. Nistgelegenheiten
bei Krüger/Ilvese,
Christopher/Döhren, Schade/ Hävern, Unter den
Weiden/ Windheim, Spechtmeier/Espelkamp,
Schafstall/Nettelstedt, Jäcker/Bad Oeynhausen-Rehme
und Krückemeier/Unterlübbe
registrierten kurze Storchenbesuche.
Das Aktionskomitee hat Geschichte und aktuelle Verbreitung
der hiesigen Störche in dem Buch
"Altes Storchenland an Weser, Bastau und Dümmer"
zusammengetragen. Es ist im Buchhandel
erhältlich.